Brüchige Fingernägel – So pflegen Sie Ihre Nägel richtig


Mit zunehmendem Alter werden Ihre Fingernägel brüchig. Wenn bei Ihnen bestimmte Erkrankungen vorliegen, Ihnen wichtige Nährstoffe fehlen oder Sie die falsche Handhygiene anwenden, können Ihre Nägel schon früher Schäden erleiden.

Bereits im antiken Griechenland sagte der Arzt Hippokrates: Die Fingernägel verraten so einiges über den aktuellen Gesundheitszustand einer Person – etwa durch die Form oder Verfärbungen des Nagels. Heute wissen wir, dass sich einige Krankheiten tatsächlich auf die Farbe und Form der Nägel auswirken. Auch ein Mangel bestimmter Nährstoffe führt zu Veränderungen in der Nagelstruktur und lässt die Fingernägel brüchig werden.

Lesen Sie in diesem Artikel, wie sich Finger- und Zehennägel durch Erkrankungen verändern können, welche Nährstoffe wichtig für die Nagelgesundheit sind und wie Sie Ihre Nägel richtig pflegen.

Anatomie der Fingernägel

Wie Haare bestehen die Finger- und Zehennägel aus abgestorbenen Hautzellen, die sich aus dem Faserprotein Keratin zusammensetzen. Keratin verleiht Nägeln Ihre Robustheit und Elastizität: Auf diese Weise schützen Nägel die Nerven und Blutgefäße der Finger- und Zehenkuppen und erleichtern die Greiffunktion der Finger.

Wussten Sie schon, dass sich bereits ab der neunten Schwangerschaftswoche die Fingernägel entwickeln?

Frau bei der Nagelpflege

Wie sind Fingernägel aufgebaut?

Knapp 100 Hornplatten, die aus abgestorbenen Hautzellen der obersten Hautschicht (Epidermis) bestehen, wachsen aus dem Nagelbett heraus. Diese Hornplatten liegen übereinander und bilden den Nagel. Unter dem Nagel befindet sich eine weitere Hautschicht, die Dermis, in der zahlreiche Blut- und Nervengefäße verlaufen. Über dieses Netzwerk können Nährstoffe und Sauerstoff zum Nagel gelangen, damit er intakt bleibt und wachsen kann [1-3].

Wie schnell wachsen Nägel?
Während ein Fingernagel im Monat ungefähr drei Millimeter herauswächst, sind es beim Zehennagel nur 1,5 Millimeter. Forscher vermuten, dass die Zehennägel langsamer wachsen, da sie weniger Umwelteinflüssen und damit auch Schäden ausgesetzt sind. Sie haben ein schnelles Wachstum also schlichtweg nicht nötig [4,5].

Wussten Sie schon, dass die Nägel der dominanten Hand und der Nagel des Mittelfingers am schnellsten wachsen [6]?

Welche Nährstoffe benötigen Nägel zum Wachsen?

Damit die Finger- und Zehennägel vernünftig wachsen und intakt bleiben, sind vor allem Eisen und Biotin notwendig. Der Mineralstoff Eisen trägt zur Blutbildung und dem Sauerstofftransport im Körper bei. Fehlt es dem Körper an Eisen, kann er nur geringe Mengen Sauerstoff zu den Nägeln transportieren. Der Sauerstoff wird dort benötigt, um das Nagelwachstum anzuregen.

Biotin gehört zu den B-Vitaminen und unterstützt die Keratin-Bildung [7,8].

Folgende Lebensmittel sind reich an Eisen und Biotin [9]:

Eisen

Biotin

Kichererbsen

Sojabohnen

Hirse

Speisekleie

Sojabohnen

Haferflocken

Spinat

Hühnereier

Rinderfleisch

Erbsen

Eisen aus tierischen Lebensmitteln kann der Körper sehr gut verwerten. Um pflanzliches Eisen besser aufzunehmen, sollten Sie diese Lebensmittel immer mit Vitamin-C-haltiger Kost kombinieren. In unserem Gesundheitsportal finden Sie mehr Informationen über Eisenmangel.

Jetzt Eisenmangel testen

Veränderungen am Nagel

Manche Erkrankungen wirken sich auf die Farbe und Form des Nagels aus. Allerdings deutet nicht jede Verfärbung oder Riffelung auf eine Krankheit hin.

Warum entstehen Verfärbungen und Linien auf dem Fingernagel?

Weißen Punkte auf dem Nagel beruhen auf Verletzungen. Stöße können die Hornplatten beschädigen, sodass weiße Punkte auf dem Nagel sichtbar werden. Ebenfalls können schwarze bis blaue Flecken auf Verletzungen zurückgehen, beispielsweise durch Quetschungen [7].

Schwarze Punkte auf dem Nagel können auch die Folge eines bösartigen Hautkrebses (schwarzes Melanom) sein.

Wenn Ihre Nägel von Pilzen wie Hefe- oder Fadenpilzen befallen sind, verfärben sie sich gelb bis bräunlich. Folgende Erkrankungen können zu Verfärbungen der Fingernägel führen [7]:

  • Eine Psoriasis-Erkrankung (Schuppenflechte) geht häufig mit größeren weißen Flecken auf dem Nagel einher.
  • Liegt eine Arsenvergiftung vor, bilden sich gräuliche Querstreifen auf dem Nagel.
  • Wenn Sie an einer Leberzirrhose leiden, können die Nägel glasig wirken.

Schwermetalle wie Arsen, Cadmium und Blei belasten unsere Umwelt und Lebensmittel. Informieren Sie sich in unserem Gesundheitsportal über Schwermetallvergiftungen.

Gut zu wissen: Es liegen keine wissenschaftlichen Belege dafür vor, dass weiße Punkte auf dem Fingernagel auf einen Calcium- oder Magnesiummangel hindeuten. Zudem geben der Magnesium- und Calciumgehalt im Nagel keinen Aufschluss über die Versorgung im Körper [6,7].

Weißliche Querlinien (Muehrcke-Linien) können den halben Fingernagel bedecken, wenn eine Hypoalbuminämie vorliegt. Hypoalbuminämie beschreibt einen Mangel an Albumin, das Wasser im Blut bindet. Fehlt es dem Körper an Albumin, kommt es vermehrt zu Wassereinlagerungen (Ödemen).

Was sind Uhrglasnägel?
AIDS oder Lungenerkrankungen wie Mukoviszidose erschweren bei vielen Betroffenen den Sauerstofftransport in die Finger. Daraufhin kann es passieren, dass die Finger anschwellen und sich die Nägel nach außen wölben.

Was bedeuten die Riffelungen auf dem Nagel?

Riffelungen auf dem Nagel sind natürlich. Die Längsriffelungen bilden sich mit zunehmendem Alter, meistens ab dem 35. Lebensjahr. Wenn Ihre Nägel langsam wachsen, bilden sich stattdessen Querriffelungen [6].

Woran erkenne ich Nagelpilz?

Bei einem Nagelpilzbefall können folgende Symptome auftreten:

  • Das Nagelbett verdickt sich.
  • Der Nagel weicht auf.
  • Der Nagel wird brüchig.
  • Es entsteht ein unangenehmer Geruch.

Ursächlich für einen Nagelpilz sind Hefe- und Fadenpilze, die sich vor allem unter den Zehennägeln ansammeln – besonders wenn es dort warm und feucht ist oder die Nägel bereits brüchig sind. In Sporthallen, Schwimmbädern und öffentlichen Duschen besteht ein großes Risiko, sich mit einem Nagelpilz anzustecken. Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen haben ein erhöhtes Risiko einer Nagelpilzinfektion.

Bei Fußpilz besteht die Gefahr, dass die Infektion ebenfalls auf den Nagel übergeht. In diesem Artikel erfahren Sie alles rund um das Thema Pilzinfektionen.

Brüchige Fingernägel

Erkrankungen und Umweltfaktoren können Ihre Nägel brüchig werden lassen. Ärzte sprechen dann auch von einer Onychoschizia. Wenn sowohl Finger- als auch Zehennägel brüchig sind, sollen gesundheitliche Probleme und nicht Umweltfaktoren die Ursache sein.

Welche Ursachen haben brüchige Fingernägel?

Mit steigendem Alter werden immer weniger Zellverbände aus Fetten und Proteinen gebildet, die die Hautzellen im Nagel zusammenhalten: Die Nägel werden brüchig. Außerdem wachsen die Nägel langsamer, sodass sie länger schädlichen Umweltfaktoren ausgesetzt sind, ehe sie herauswachsen. Verletzungen und folgende Umweltfaktoren im Alltag können zu brüchigen Fingernägeln führen [4-6,10]:

  • Alkoholhaltige Desinfektionsmittel
  • Putzmittel, Spülmittel
  • Seifen
  • acetonhaltiger Nagellackentferner
  • Trockengeräte für Nagellack, Nagellackhärtner

Gut zu wissen: Während die Fingernägel im Alter dünner werden, werden die Zehennägel dicker. Die Durchblutung nimmt in den Zehen ab: Die Hautzellen stauen sich daraufhin und der Nagel kann nicht vernünftig herauswachsen.

Das Verwenden von alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln und Putzmitteln ohne Arbeitshandschuhe wirkt aggressiv auf die Nägel. Die Laugen und Säuren, die in ihnen enthalten sind, greifen die chemischen Brücken im Nagel an. Das Risiko brüchiger Nägel steigt ebenfalls durch zu häufiges Händewaschen und Abtrocknen. Je trockener die Haut und die Nägel werden, desto eher werden sie brüchig [4-6,10].

Gesundheitliche Ursachen
Wenn Sie an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, finden im Körper umfangreiche hormonelle Umstellungen statt. Die Folge: Die Nägel können trockener und somit brüchig werden. Ein Nagelpilzbefall führt unter Umständen ebenfalls zu brüchigen Nägeln [4-6,10].

Wussten Sie schon, dass eine Chemotherapie auch zu brüchigen Nägeln führen kann?

Forscher vermuten, dass neben einem Eisen- oder Biotin-Mangel auch eine zu geringe Calcium-, Magnesium- und Zink-Versorgung zu brüchigen Nägeln führen kann. Eine ungenügende Flüssigkeitszufuhr kann Ihre Nägel ebenfalls austrocknen [7,8].

Eisenmangel gehört zu den weltweit häufigsten Mangelerscheinungen. Die Folge können nicht nur brüchigen Nägeln sein, sondern auch schwerwiegendere Symptome wie eine Blutarmut (Anämie). Mit dem cerascreen® Eisenmangel Test können Sie leicht und bequem von zuhause aus Ihre Eisenversorgung messen.

Wussten Sie schon, dass sich in der Schwangerschaft die Nägel weiß verfärben und brüchig werden können? Eventuell haben hormonelle Veränderungen Einfluss auf die Farbe und Beschaffenheit der Nägel [11].

Brüchige Fingernägel – Was tun?

Zunächst sollten Sie einen Dermatologen aufsuchen, der prüft, ob die Nägel aufgrund gesundheitlicher Probleme brüchig sind. Wenn keine Grunderkrankung vorliegt, können Sie mit folgenden Tipps gegen brüchige Nägel vorgehen.

Helfen Nahrungsergänzungsmittel bei brüchigen Nägeln?

Wenn ein Biotin- oder Eisenmangel vorliegt, können Nahrungsergänzungsmittel helfen. In Studien konnten vor allem beobachtet werden, dass die Nägel von Menschen, die 2,5 bis 10 Milligramm Biotin über Nahrungsergänzungsmittel einnahmen, besser und dicker nachwachsen konnten. Die Einnahme von Magnesium, Zink oder Calcium konnte in wissenschaftlichen Untersuchungen keine Besserungen erzielen [6,12].

In unserem Shop finden Sie Biotin-Präparate und zahlreich weitere Nahrungsergänzungsmittel, die Ihnen wichtige Nährstoffe liefern, wenn bei Ihnen ein Mangel vorliegt.

In einer weiteren Studie konnte die Einnahme von 2,5 Gramm bioaktiven Kollagenpeptiden über sechs Wochen zu einem gesunden Nagelwachstum verhelfen. Zudem litten die Studienteilnehmer seltener unter brüchigen Nägeln. Bioaktive Kollagenpeptide sollen dabei helfen, die Kollagen- und Keratin-Bildung in den Nägeln anzuregen. Dadurch sollen die lockeren Brücken der Hautzellen wieder miteinander verknüpft werden [13].

Was hilft gegen brüchige Nägel?

Sie können folgende Tipps befolgen, damit Ihre Nägel besser nachwachsen können und die Häufigkeit brüchiger Nägel abnimmt [16]:

  • Cremen Sie Ihre Hände und Nägel regelmäßig ein, damit sie nicht austrocknen.
  • Trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser am Tag.
  • Benutzen Sie lieber acetonfreien Nagellackentferner
  • Tragen Sie beim Geschirrspülen oder Putzen Arbeitshandschuhe.
  • Pflegen Sie Ihre Nägel schonend und feilen Sie Ihre Nägel nicht ruppig.
  • Das Auftragen von 70-prozentiger Glykolsäure kann die Nägel dicker machen.

Wenn Sie an Nagelpilz leiden, können Sie die betroffene Stelle mit medikamentösen Nagellacken behandeln. Allerdings benötigt diese Behandlung mehrere Wochen, manchmal sogar Monate, da sich der Pilz unter dem Nagel befindet und die Wirkstoffe nicht sofort durch den Nagel eindringen können. Cremes mit einem fünfprozentigen Anteil Teebaumöl können unterstützend wirken [14,15].

Quellenangaben

[1] D. de Berker, „Nail anatomy“, Clinics in Dermatology, Bd. 31, Nr. 5, S. 509–515, Sep. 2013.

[2] S. Baswan u. a., „Understanding the Formidable Nail Barrier: A Review of the Nail Microstructure, Composition and Diseases“, Mycoses, Bd. 60, Nr. 5, S. 284–295, Mai 2017.

[3] Faller, Adolf; Schünke, Michael, Der Körper des Menschen - Einführung in Bau und Funktion, 16. Thieme.

[4] M. Iorizzo, „Tips to Treat the 5 Most Common Nail Disorders: Brittle Nails, Onycholysis, Paronychia, Psoriasis, Onychomycosis“, Dermatologic Clinics, Bd. 33, Nr. 2, S. 175–183, Apr. 2015.

[5] R. Baran, D. A. R. de Berker, M. Holzberg, B. M. Piraccini, B. Richert, und L. Thomas, Baran and Dawber’s Diseases of the Nails and their Management. John Wiley & Sons, 2019.

[6] E. Haneke, „Anatomy, biology, physiology and basic pathology of the nail organ“, Der Hautarzt; Zeitschrift für Dermatologie, Venerologie, und verwandte Gebiete, Bd. 65, S. 282–90, Apr. 2014.

[7] A. Singal und R. Arora, „Nail as a window of systemic diseases“, Indian Dermatol Online J, Bd. 6, Nr. 2, S. 67–74, 2015.

[8] M. W. Cashman und S. B. Sloan, „Nutrition and nail disease“, Clin. Dermatol., Bd. 28, Nr. 4, S. 420–425, Aug. 2010.

[9] I. Elmadfa, Ernährungslehre, 3. Aufl. Verlag Eugen Ulmer Stuttgart, 2015.

[10] T. Taguchi, „Brittle Nails and Hair Loss in Hypothyroidism“, N. Engl. J. Med., Bd. 379, Nr. 14, S. 1363, Okt. 2018.

[11] S. Erpolat, A. Eser, I. Kaygusuz, H. Balci, A. Kosus, und N. Kosus, „Nail alterations during pregnancy: a clinical study“, International Journal of Dermatology, Bd. 55, Nr. 10, S. 1172–1175, Okt. 2016.

[12] N. Scheinfeld, M. J. Dahdah, und R. Scher, „Vitamins and minerals: their role in nail health and disease“, J Drugs Dermatol, Bd. 6, Nr. 8, S. 782–787, Aug. 2007.

[13] D. Hexsel, V. Zague, M. Schunck, C. Siega, F. O. Camozzato, und S. Oesser, „Oral supplementation with specific bioactive collagen peptides improves nail growth and reduces symptoms of brittle nails“, J Cosmet Dermatol, Bd. 16, Nr. 4, S. 520–526, Dez. 2017.

[14] N. C. for B. Information, U. S. N. L. of M. 8600 R. Pike, B. MD, und 20894 Usa, Nail fungus: Overview. Institute for Quality and Efficiency in Health Care (IQWiG), 2018.

[15] J. K. Christenson u. a., „Challenges and Opportunities in the Management of Onychomycosis“, J Fungi (Basel), Bd. 4, Nr. 3, Juli 2018.

[16] G. Banga und K. Patel, „Glycolic Acid Peels for Nail Rejuvenation“, J Cutan Aesthet Surg, Bd. 7, Nr. 4, S. 198–201, 2014.

Inhalt