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Homocystein: Was ein erhöhter Homocystein-Spiegel über Ihre Gesundheit aussagt


Die Aminosäure Homocystein gilt als Risikofaktor für Krankheiten, wenn zu viel von ihr im Blut vorkommt. Ein gesunder Lebensstil und die richtigen Vitamine können erhöhte Werte senken oder ihnen vorbeugen.

Aminosäuren sind vor allem als wertvolle Bestandteile von Proteinen bekannt – doch nicht alle von ihnen sind gut für Ihre Gesundheit. Die prominenteste Ausnahme: Homocystein. Ein erhöhter Homocystein-Spiegel im Blut gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Betroffene können in einigen Fällen durch Vitamine wie B12 und Folsäure entgegensteuern und so das Risiko einer Erkrankung verringern.

Wir erklären Ihnen, was die Folgen eines hohen Homocystein-Spiegels sein können, wie ein solcher Wert zustande kommt und mit welchen Vitaminen Sie ihn senken können.

Was sagt der Homocystein-Wert aus?

Ein erhöhter Homocystein-Spiegel im Blut gilt, ähnlich wie das LDL-Cholesterin, als Risikofaktor für Arteriosklerose und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie beispielsweise die Thrombose, und auch für Augenkrankheiten wie die Makuladegeneration [1].

Was in der Forschung noch nicht klar ist: Ob das Homocystein selbst für ein höheres Krankheitsrisiko sorgt oder ob es nur ein Anzeichen dafür ist. Eine Auswertung klinischer Studien hat gezeigt, dass durch Supplemente mit B-Vitaminen der Homocystein-Wert wieder sank, aber nicht das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – das spricht dafür, dass das Homocystein eher ein Warnzeichen ist und nicht selbst Krankheiten entstehen lässt [2].

Andere Studien ermittelten aber, dass Vitamin-B-Supplemente, die den Homocystein-Spiegel senkten, sich auch auf die Entstehung von Krankheiten auswirken könnten. Zum Beispiel trat in einer Studie dadurch eine Makuladegeneration seltener auf, in einer anderen schritt Alzheimer-Demenz langsamer voran [3], [4].

Welcher Homocystein-Wert ist zu hoch?

Es scheint auf jeden Fall sinnvoll zu sein, einen bereits hohen Homocystein-Wert nicht noch weiter steigen zu lassen. Bei einem Blutspiegel von 10 Mikromol pro Liter (µmol/l) empfehlen Ärzt*innen, zu handeln, um den Wert und das Risiko von Erkrankungen zu senken [5], [6]. Jede weitere Erhöhung des Homocystein-Spiegels steigert das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung deutlich – in einigen Untersuchungen ist von 32 bis 60 Prozent höherem Risiko die Rede [7]. Die gute Nachricht ist: Bestimmte Lebensstil-Veränderungen und Vitamine können Ihnen helfen, Ihren Homocystein-Spiegel zu normalisieren [6].

Wann sollte ich meinen Homocystein-Spiegel bestimmen lassen?

Ein Test kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn Sie bei sich einen Mangel an Vitamin B12 oder Vitamin B9 oder andere Risikofaktoren wie bestimmte Erkrankungen festgestellt haben. Der Homocystein-Wert lässt sich im Blut bestimmen. Sie können sich bei Ärzt*innen Blut abnehmen lassen. Mittlerweile gibt es alternativ auch Testkits für zuhause, mit denen Sie eine Probe nehmen und an ein Labor schicken können.

Homocystein-Stoffwechsel und B-Vitamine

Der Homocystein-Spiegel kann damit zusammenhängen, wie Sie mit B-Vitaminen versorgt sind. Warum das so ist, verrät uns ein Blick auf den Homocystein-Stoffwechsel. Homocystein ist ein Stoffwechsel-Nebenprodukt und entsteht, wenn die essentiellen Aminosäure Methionin abgebaut wird. Methionin wiederum ist ein natürlicher Bestandteil von tierischem Protein und kommt vor allem in Produkten wie Fleisch, Wurst und Käse vor [7], [8].

Hat der Körper Methionin in Homocystein umgewandelt, verstoffwechselt er es durch Enzyme entweder zurück in Methionin oder in andere Aminosäuren. Dazu benötigt er die Vitamine B6, B12 und B9 (Folat). Sind zu wenige der Vitamine im Körper, kann nicht genug Homocystein umgewandelt werden und der Spiegel im Blut steigt [7].

Gut zu wissen: Schwangeren wird generell empfohlen, Folsäure einzunehmen, also die künstliche Variante des Folats (Vitamin B9). Das liegt daran, dass in der Schwangerschaft ein besonders hoher Bedarf an dem Vitamin besteht. Mehr über Nährstoffe für Schwangere lesen Sie in unserem Artikel über Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit.

Risikofaktoren für erhöhte Homocystein-Werte

Neben einem Vitaminmangel können folgende Zustände zu einem erhöhten Homocystein-Spiegel führen [6], [7]:

  • (Erb-)Erkrankung, die zu Enzymdefiziten führt
  • Chronischer Alkoholismus
  • Rauchen
  • Gestörte Nährstoffaufnahme durch Magen-Darm-Erkrankungen
  • Alter

Wussten Sie schon? Übermäßiger Kaffee-Genuss kann möglicherweise zu einem erhöhten Homocystein-Spiegel führen: In einer niederländischen Studie konnten Forscher*innen einen erhöhten Homocystein-Spiegel bei Proband*innen feststellen, die über einen Zeitraum von vier Wochen täglich einen Liter Filterkaffee tranken im Vergleich zu Proband*innen, die auf Kaffee verzichteten [9].

Wer ist besonders gefährdet, einen hohen Homocystein-Wert zu haben?

Folgende Gruppen haben ein höheres Risiko für einen zu hohen Homocystein-Spiegel [6]:

  • Menschen, die an einer Gefäßerkrankung leiden
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie
  • Menschen mit Adipositas
  • Menschen mit einem erhöhten Risiko für Vitaminmangel, beispielsweise ältere Menschen
  • Alkoholabhängige Menschen
  • Frauen, die an Schwangerschaftskomplikationen leiden

Weitere Krankheiten, die zu erhöhten Homocystein-Werten führen können, sind Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion, Demenz, Depressionen oder ein Enzymdefekt.

Wie kann ich meinen Homocystein-Wert senken?

Insbesondere die Vitamine B12, B6 und Folsäure wirken sich positiv auf Ihren Homocystein-Spiegel aus. Folsäure ist die künstlich hergestellte Form von Vitamin B9 (Folat), die Sie über Nahrungsergänzungsmittel einnehmen können [5], [6], [10]. Wenn bei Ihnen ein erhöhter Homocytsein-Spiegel festgestellt wird, kann es sich lohnen, zu prüfen, ob bei Ihnen ein Mangel an diesen Vitaminen besteht. Bei niedrigen Vitaminspiegel können Sie dann mit Supplementen gegensteuern.

Zusätzlich sollten Sie auch auf weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen achten: Meiden Sie große Mengen an Alkohol, rauchen Sie nicht, ernähren Sie sich ausgewogen und achten Sie auf ausreichend Bewegung.

Wenn Sie an Krankheiten leiden, die den Homocystein-Wert erhöhen könnten, lassen Sie sich ärztlich behandeln. Vielleicht haben Sie bei einem erhöhten Spiegel auch Erkrankungen, die bislang unerkannt sind. Auch dann ist ein Besuch bei Ihren Ärzt*innen sinnvoll.

Gut zu wissen: In unserem Gesundheitsportal finden Sie Informationen und Tipps, um leichter mit dem Rauchen aufzuhören und wie Sie sich optimal mit Vitamin B12 und Folsäure versorgen.

Homocystein – auf einen Blick

Was ist Homocystein?

Homocystein ist ein Nebenprodukt des Stoffwechsels. Um es wieder in andere Stoffe umzuwandeln, benötigt der Körper B-Vitamine. Ist der Körper mit diesen Nährstoffen nicht ausreichend versorgt oder ist der Vorgang durch eine Krankheit gestört, kann es zu einem erhöhten Homocystein-Spiegel im Blut kommen.

Was bedeutet ein erhöhter Homocytein-Wert?

Ein erhöhter Homocystein-Spiegel im Blut gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose und Thrombose. Ein erhöhter Homocystein-Wert kann durch einen Mangel an den Vitaminen B6, B12 und B9 (Folat) entstehen. Doch auch Erkrankungen, chronischer Alkoholismus, Rauchen, hohes Alter und eine gestörte Nährstoffaufnahme können den Homocystein-Spiegel steigern.

Wie kann man den Homocystein-Wert senken?

Der Homocystein-Spiegel im Blut kann durch die Einnahme der Vitamine B6 und B12 und Folsäure gesenkt werden, wenn bei Ihnen ein Vitaminmangel vorliegt. Darüber hinaus sollten Sie auf weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen achten und bestehende Krankheiten behandeln lassen.

Quellen

[1]        R. Darioli, C. Graf, A. R. Miserez, W. Riesen, B. Saner, und G. Schulthess, „Homocystein als kardiovaskulärer Risikofaktor“, Kardiovaskuläre Medizin, Bd. 7, Nr. 2, S. 71–77, 2004.

[2]        A. J. Martí-Carvajal, I. Solà, D. Lathyris, und G. Salanti, „Homocysteine lowering interventions for preventing cardiovascular events“, Cochrane Database Syst Rev, Nr. 4, S. CD006612, Okt. 2009, doi: 10.1002/14651858.CD006612.pub2.

[3]        W. G. Christen, R. J. Glynn, E. Y. Chew, C. M. Albert, und J. E. Manson, „Folic Acid, Pyridoxine, and Cyanocobalamin Combination Treatment and Age-Related Macular Degeneration in Women: The Women’s Antioxidant and Folic Acid Cardiovascular Study“, Archives of Internal Medicine, Bd. 169, Nr. 4, S. 335–341, Feb. 2009, doi: 10.1001/archinternmed.2008.574.

[4]        G. Douaud u. a., „Preventing Alzheimer’s disease-related gray matter atrophy by B-vitamin treatment“, Proceedings of the National Academy of Sciences, Bd. 110, Nr. 23, S. 9523–9528, Juni 2013, doi: 10.1073/pnas.1301816110.

[5]        K. Pietrzik, „Homocystein als kardiovaskulärer Marker und Risikofaktor“, Clinical Research in Cardiology, Bd. 95, Nr. 6, S. vi28–vi33, 2006.

[6]        „Pschyrembel Online | Homocystein“. https://www.pschyrembel.de/Homocystein/K0A13 (zugegriffen 18. März 2022).

[7]        I. Kiefer und A. Rieder, „Homocystein und Hyperhomocysteinämie“, Journal für Kardiologie-Austrian Journal of Cardiology, Bd. 8, Nr. 3, S. 58–63, 2001.

[8]        Peter G. Allhoff, Jan Leidel, Hans-Peter Voigt, Justina Engelbrecht, Verena Drebing, Präventivmedizin. Springer Berlin Heidelberg, 2000.

[9]        R. Urgert, T. van Vliet, P. L. Zock, und M. B. Katan, „Heavy coffee consumption and plasma homocysteine: a randomized controlled trial in healthy volunteers“, The American journal of clinical nutrition, Bd. 72, Nr. 5, S. 1107–1110, 2000.

[10]      I. J. Kullo, „HOPE 2: can supplementation with folic acid and B vitamins reduce cardiovascular risk?“, Nature Clinical Practice Cardiovascular Medicine, Bd. 3, Nr. 8, S. 414–415, 2006.

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