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Symptome der Schilddrüsenüberfunktion: So erkennen Sie die Anzeichen der Hyperthyreose

Eine Schilddrüsenüberfunktion bringt den Hormonhaushalt und viele Körperfunktionen durcheinander. Die Symptome reichen von Heiserkeit über Muskelschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu neurologischen Erscheinungen wie Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche.

Es klingt erst einmal widersprüchlich, aber manche Krankheiten sind schwer zu diagnostizieren, weil sie sich durch so viele Symptome äußern können. Das gilt zum Beispiel für die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Ihre Symptome sind oft unspezifisch und können Hals, Verdauung, Haut, Muskeln und das Nervensystem betreffen. Da fällt es vielen schwer, bestimmte Beschwerden mit der Krankheit in Verbindung zu bringen. Wirklich typische Symptome gibt es nur wenige und sie treten häufig erst im späteren Verlauf auf [1].

Helfen kann es hier, sich die richtigen Blutwerte anzusehen. Die Messung der Schilddrüsenhormone im Blut gilt als bester Hinweis auf eine mögliche Überfunktion oder Unterfunktion der Schilddrüse.

Lesen Sie in diesem Artikel, wie Sie die Symptome der Schilddrüsenüberfunktion erkennen und welche Folgen und Gefahren mit der Krankheit einhergehen.

Wie häufig ist die Schilddrüsenüberfunktion? In Europa sind laut einer Studie, die 2016 im renommierten Fachjournal The Lancet erschienen ist, ungefähr 0,8 Prozent der Menschen betroffen [2]. Mehr Fakten und Empfehlungen zum Thema finden Sie in unserem Artikel über die Schilddrüsenüberfunktion. Lesen Sie außerdem mehr über Schilddrüsenhormone und ihre Rolle im Körper. 

Symptome: Die Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion

Eine Schilddrüsenüberfunktion führt dazu, dass zu viele Schilddrüsenhormone im Körper zirkulieren. Dadurch wird der Stoffwechsel beschleunigt, was Herzschlag und Blutdruck erhöht. Manche Betroffene spüren daher einen ungleichmäßigen Puls, Herzrasen oder Herzpoltern. Die Schilddrüsenüberfunktion kann aber auch viele weitere Vorgänge im Körper aus dem Gleichgewicht bringen.

Welche Symptome auftreten, ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Viele Betroffene haben lange Zeit überhaupt keine Beschwerden. Oft beginnt die Schilddrüsenüberfunktion schleichend. Betroffene fühlen sich am Anfang beispielsweise nur unruhig und vermuten Stress als Ursache. Weitere Beschwerden stellen sich dann nach und nach ein. Im späteren Verlauf sind schwere Symptome möglich, darunter auch der potentiell gefährliche sogenannte „Schilddrüsensturm“, den wir später im Artikel noch einmal genauer erklären [2],[3],[4].

Hier finden Sie eine Übersicht über die häufigsten Anzeichen und Symptome der Schilddrüsenüberfunktion:

Symptome am Hals

  • Kropf (Struma), also eine sichtbare Vergrößerung der Schilddrüse
  • Schluckbeschwerden
  • Heiserkeit

Neurologische / Psychiatrische Symptome

Neuromuskuläre Symptome

  • Muskelschmerzen
  • Muskelschwäche
  • Zitternde Hände

Magen-Darm-Symptome

  • Häufiger Stuhlgang, manchmal auch Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Gewichtsverlust trotz normaler oder sogar erhöhter Nahrungsaufnahme
  • Starkes Hungergefühl

Symptome auf der Haut

Der cerascreen Schilddrüsen Test

Kann eine Schilddrüsenüberfunktion die Augen betreffen?

Die Augen sind nicht immer beteiligt. Eine häufige Ursache für die Schilddrüsenüberfunktion ist aber die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow. Diese Krankheit kann Symptome an den Augen auslösen, vor allem:

  • Druckgefühl und Fremdkörpergefühl
  • Sehstörungen (zum Beispiel verschwommene Sicht)
  • geschwollene Augenlider
  • hervortretende Augen
  • Empfindlichkeit gegenüber Licht, Wind und Rauch

Kann es wegen der Schilddrüsenüberfunktion zu einer Gewichtszunahme kommen?

Die Schilddrüsenhormone können sich auch auf das Körpergewicht auswirken. Typisch ist, dass es bei einer Schilddrüsenunterfunktion eher zu einer Gewichtszunahme kommt, während Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion eher ungewollt abnehmen. Das liegt daran, dass der durch die überaktive Schilddrüse angeregte Stoffwechsel den Energieverbrauch im Körper erhöht.

Einige Menschen nehmen allerdings zu, wenn sie wegen der Schilddrüsenüberfunktion in Behandlung waren und ihre Ernährung nicht wieder ihrem Verbrauch entsprechend anpassen. Wird die Funktion der Schilddrüse durch Medikamente wieder gedrosselt, sinkt Ihr Energieverbrauch auf das übliche Niveau zurück und überschüssige Energie kann wieder leichter aus der Nahrung im Körper gespeichert werden – etwa in Form von zusätzlichen Pfunden.

Kann eine Schilddrüsenüberfunktion gefährlich werden?

In einigen Fällen verursacht eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion eine gefährliche Komplikation, die auch Schilddrüsensturm genannt wird. Möglich ist auch, dass die Hyperthyreose langfristig das Risiko von anderen Erkrankungen erhöht.

Thyreotoxische Krise (Schilddrüsensturm)

Das gefährlichste Symptom der Schilddrüsenüberfunktion ist die thyreotoxische Krise, auch Schilddrüsensturm genannt. Diese Komplikation tritt allerdings nur selten auf. Die Ursache ist oft eine falsche Anwendung oder ein plötzliches Absetzen von Schilddrüsenmedikamenten oder eine sehr schwere, unbehandelte Hyperthyreose. Auch Infektionen, Verletzungen und Operationen, großer körperlicher oder psychischer Stress sowie jodhaltige Kontrastmittel, die bei Röntgenuntersuchungen verwendet werden, können dazu beitragen, dass es zu der heftigen Reaktion kommt.

Die thyreotoxische Krise kann sich durch Fieber, Bewusstseinsstörungen und ausgeprägte Schwächegefühle zeigen. Sie kann sogar zu Bewusstlosigkeit führen, Herz und Leber beschädigen und lebensgefährlich sein. Es handelt sich um einen medizinischen Notfall, Betroffene werden in der Regel im Krankenhaus behandelt und überwacht [5], [6].

Folgeerkrankungen

Der durch die Schilddrüsenüberfunktion angefeuerte Stoffwechsel kann langfristig das Risiko von schweren und chronischen Erkrankungen erhöhen und steigert so unter anderem das Risiko von [7], [8]:

Außerdem kann eine Schilddrüsenüberfunktion den Verlauf anderer Krankheiten, unter denen Sie gleichzeitig leiden, verschlechtern, zum Beispiel von Diabetes.

Quellen

[1]        I. Donangelo und S. Y. Suh, „Subclinical Hyperthyroidism: When to Consider Treatment“, Am. Fam. Physician, Bd. 95, Nr. 11, S. 710–716, Juni 2017.

[2]        S. D. Leo, S. Y. Lee, und L. E. Braverman, „Hyperthyroidism“, The Lancet, Bd. 388, Nr. 10047, S. 906–918, Aug. 2016, doi: 10.1016/S0140-6736(16)00278-6.

[3]        Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, „Schilddrüsenüberfunktion - www.endokrinologie.net“. https://www.endokrinologie.net/krankheiten-schilddruese-ueberfunktion.php (zugegriffen Okt. 13, 2021).

[4]        H. U. Zieren, B. M. Leu, und M. Dietlein, „Bei diesen Symptomen sollten Sie an eine Hyperthyreose denken!“, MMW - Fortschritte Med., Bd. 160, Nr. 17, S. 38–42, Okt. 2018, doi: 10.1007/s15006-018-0982-2.

[5]        R. S. Bahn Chair u. a., „Hyperthyroidism and other causes of thyrotoxicosis: management guidelines of the American Thyroid Association and American Association of Clinical Endocrinologists“, Thyroid Off. J. Am. Thyroid Assoc., Bd. 21, Nr. 6, S. 593–646, Juni 2011, doi: 10.1089/thy.2010.0417.

[6]        Matthias Schott, „Therapie der Hyperthyreose und der thyreotoxischen Krise“, in Endokrinologie Informationen 2011; Sonderheft, Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie - Hormone und Stoffwechsel, 2011. Zugegriffen: Nov. 26, 2020. [Online]. Verfügbar unter: https://www.endokrinologie.net/files/download/endokrinologie-informationen/sonderheft-2011.pdf

[7]        Berufsverband Deutscher Internisten e.V., „Schilddrüsenüberfunktion »  Internisten im Netz“, Internisten im Netz. https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/schilddruesenueberfunktion (zugegriffen Nov. 27, 2020).

[8]        „Hyperthyroidism (Overactive Thyroid) | NIDDK“, National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases. https://www.niddk.nih.gov/health-information/endocrine-diseases/hyperthyroidism (zugegriffen Nov. 30, 2020).

 

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